
- WIR EMPFEHLEN
- 2010 · 5 Titel · 45 Min.
Sinfonie Nr. 6 in F‑Dur
Op. 68 · “Pastorale”
Ludwig van Beethovens „Sechste“ hebt sich unter seinen Sinfonien aus mehreren Gründen hervor. So hat sie einen Titel, „Pastorale“, und die Titel der fünf Sätze deuten auf ein Programm hin, das sich auf Beethovens Erlebnisse während seiner geliebten Sommerferien auf dem Lande nördlich von Wien bezieht. Die Musik wirkt weitläufiger und weniger getrieben als in den vorangegangenen Sinfonien, und sie lässt einprägsame musikalische Impressionen entstehen: Vogelgezwitscher, das fröhliche Treiben der Bauern, das Plätschern eines Baches und, auf dem Höhepunkt, ein gewaltiger Sturm. Gleichwohl war seine Sinfonie für Beethoven selbst „mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei.“ Die Entwicklung von der freudigen Betrachtung ländlicher Szenen über das Tosen der Elemente bis hin zur Dankbarkeit für die Kraft und den Trost, den die Natur bietet, ist so großartig gestaltet wie in jeder der rein nummerierten Sinfonien. Doch es ist gerade die Bildhaftigkeit, die zutiefst berührt und zu wunderschönen und aufregenden Texturen führt, wie sie sonst bei Beethoven nicht zu finden sind. Es ist bemerkenswert, dass der Mann, der diese großartigen Klänge schuf, inzwischen schwer taub war und sich auf seine – teilweise lang zurückliegenden – Erinnerungen verließ, um sie in der Musik wieder aufleben zu lassen. Beethovens am wenigsten „heroische“ Sinfonie erzählt daher eine Geschichte von innerem Heldentum, die genauso beeindruckend ist wie die seiner dramatischeren Arbeiten. Kein Wunder also, dass sie bis heute eines seiner beliebtesten Werke ist.